Autor Thema: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen  (Gelesen 1837 mal)

Offline altamm

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Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« am: 02. November 2016, 06:43:10 »
Wer keine eigene Garage hat, ist als Besitzer eines Elektroautos nicht zu beneiden. Ladesäulen im öffentlichen Raum sind immer noch rar.
Doch mit steigenden Zulassungszahlen für E-Autos soll sich auch das Ladenetz verdichten. Gerade hat die Bundesregierung die Errichtung
von 15.000 neuen Zapfsäulen für Stromer beschlossen, davon 5000 sogenannte Schnelllader. Und dazu 300 Millionen Euro in die Hand genommen.

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Dabei gäbe es einen schnelleren und günstigeren Weg, die Ladeinfrastruktur zu verbessern: Man könnte Straßenlaternen anzapfen, die ja
ohnehin schon ans Stromnetz angeschlossen sind. Genau das machen zwei Start-up-Unternehmen – und wollen damit Parkzeiten in
Ladezeiten verwandeln.
Die Umwandlung der Laternen in Zapfsäulen dauere nicht einmal 30 Minuten und koste um die 1000 Euro. Im Vergleich dazu seien für eine
Ladesäule mit zwei Anschlüssen bis zu 8000 Euro zu veranschlagen, dazu rund 300 Euro Betriebskosten im Monat.

Durch die Nachrüstung der bestehenden Straßenbeleuchtung mit einem Lademodul wird das Stromtanken selbst in engen Seitenstraßen möglich.
Zudem spart die Montage an Leuchtmasten Platz und Kosten, die sonst zum Beispiel für Fundamentarbeiten anfallen würden.“
Die Lademodule können mit einem Standardkabel angezapft werden, bezahlt wird per Smartphone oder mit einer Karte, die nach dem
DriveNow-Prinzip mit einem RFID-Chip ausgestattet ist und für die man sich bei dem Ladenetz-Verbund der  Stadtwerke registrieren muss.
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Offline lescontesdehoffmann R.I.P.

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #1 am: 02. November 2016, 10:41:06 »
das ist doch mal eine gute idee.
aber nur zur info: ein e-auto hat beim derzeitigen strommix in etwa den schadstoffausstoß eines kleineren diesels!!
Stepway1 dci90, flammenrot, Klang-Klima, Elektropaket, Mittelarmlehne, Hängerkupplung, Einparkhilfe, Erstzulassung: Nov. 2011

Offline Willy

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #2 am: 02. November 2016, 21:40:12 »
Die Idee an sich ist nicht übel.
Es wären mindestens 3 Punkte zubedenken:
1. Kabel, Strippen, Fallstricke im öffentlichen Verkehrsraum  bedürfen sicher einer Sicherung und Ausnahmeregelung.
2. Nicht überall steht die Straßenbeleuchtung so dicht  beinandr und so dicht an der Straße.
    Speziell in der Nacht könnte das auch "Kabeldiebe" auf den Plan rufen.
3. Die Marktmacht der Stromanbieter und die  finanzielle Knappheit der Kommunen wird dazu führen, daß
    hauptsächlich große Anbieter den Zuschlag für das Betreiben derartiger Anlagen bekommen werden.

Es setzen sich (fast) immer die Lösungen mit der größten Finanzkraft und höheren Gewinnversprechen durch, Sehr selten die Besseren und Einfacheren.
Damit läßt sich selten viel Geld verdienen.
Wenn es doch so kommt - wird es aufgekauft.....
Willy, der Sparsame

Offline Avicus

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #3 am: 26. Januar 2017, 22:18:01 »
Es gehört zu den vielgequälten und unbewiesenen Märchen der E-Auto-Anti-Lobby (besonders in BRD), daß der viel zitierte Strom-Drittelmix, genauso dreckig sei, wie die veralteten, ineffiziente Verbrennermotore, die mit fossilen Brennstoffen zu Knallgasexplosionen angehalten werden.
Aber dieses Argument ist natürlich sehr verbreitet. Und besonders bei Fahreren, die keinerlei Kausalitäten zwischen eigener Verantwortung bei der eigenen Mobilität und dem Klimawandel anstellen mögen.
Beim smoggeschwängerten 30-Zentimeter-Blick ins eigene Portemonaie und als Rechtfertigung für überholte Antriebstechnologien, ist es leider viel zu sehr beliebt.  Pd
Wenn denn demnächst die einheimische Luft auch durch dich nicht mehr zum atmen geeignet sein sollte, kann es zu spät sein.
Zum Umzug zum Beispiel in gesündere Gegenden.  Ov
P.s.: Aber wer will findet Wege. Und wer nicht will: Gründe.  <;-

Offline rainersz

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #4 am: 19. Juni 2017, 20:02:39 »
na ja - daß strom nicht schadstofffrei auf dem acker wächst, das dürfte unstrittig sein.
es geht nur darum, daß die derzeitige stromerzeugung nicht zu wirklich sauberem individualverkehr führt.
wa völlig untergeht: einen gutteil der schadstoffe produzieren die lkw - karawanen.
wären deren güter aud der bahn, sähe es viel besser aus.
aber die bahn hat ja ihre infrastruktur im güterverkehr fast gekillt.
da könnte sich herr dobrindt mal auslassen - und schnell wären minimal 30% der schadstoffe reduziert.
und wenn dann noch der öpnv funktioniert - gar nicht auszudenken.

hier in salzgitter ist das gut, auch die vernetzung zu regionalbahn und db. aber inmeinem vorigen wohort ( und noch arbeitsort) bad salzdetfurth gibt es trotz 13000 ew nicht mal eine ordentliche stadtbuslinie - nur einen bedarfs - minibus  Pe Ow
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Offline helmut_grüner

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #5 am: 28. Juni 2017, 11:24:04 »
Innovative Ideen in diese Richtung sollten dringend gefördert und unterstützt werden. Dass das Thema noch ausbaufähig ist, ist ja überwiegend unbestritten. Allerdings hilft es auch nicht, wenn man auf der Stelle tanzt. Von demher finde ich, man sollte alle Schritte in Richtung Verbesserung begrüßen. Es kann nur besser werden..... (hoffentlich)
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Offline altamm

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #6 am: 25. Februar 2018, 08:14:33 »
Ihr kommt nach Hause, steckt Euer Elektroauto mit dem passenden Mode 2-Ladekabel an die Haushaltssteckdose an, ladet dieses über Nacht und
steigt morgens in ein vollgeladenes Elektroauto ein. So sieht das tägliche Szenario der Elektroauto-Besitzers aus, die nicht an einer Ladestation laden.
Was aber passiert mit Euerer Hausinstallation, wenn Euer Elektroauto 10 Stunden oder länger die Haushaltssteckdose beim Laden voll belastet?

Die Ladeleistung eines Nissan Leaf Mode 2 Kabels an der Haushaltssteckdose (2,3 kW) lässt sich mit der Leistung eines Wasserkochers vergleichen.
Um die Batterie des Nissan Leaf (24 kWh) vollzuladen, benötigen Ihr an der Haushaltssteckdose ca. 10 Stunden. Dies entspricht einem Wasserkocher,
der über 10 Stunden lang Wasser zum Kochen bringt. Würdet Ihr dies Euerer Haushaltssteckdose antun? Die Antwort lautet wahrscheinlich „Nein“.
Aber warum nicht? Ein Elektroauto lädt über mehrere Stunden mit einer Ladeleistung von 2,3 kW und reizt somit die maximale Leistung Euerer
Haushaltssteckdose komplett aus. Dafür ist diese aber nicht ausgelegt. Das Laden eines Elektroautos ist auch nicht vergleichbar mit den meisten
anderen Elektroartikeln, die täglich an der Steckdose geladen werden, wie z.B. dem Smartphone, welches mit ca. 0,002 Prozent der Ladeleistung
eines Elektroautos an der Haushaltssteckdose lädt.
Selbst größere Verbraucher im Haushalt, wie ein Fön oder Staubsauger mit einer Leistung von z.B. 1,5 kW verbrauchen weniger verglichen mit der
Ladeleistung eines Elektroautos. Zu beachten ist insbesondere, dass der Fön oder der Staubsauger
nur wenige Minuten unter voller Last Strom aus der Steckdose zieht, das Elektroauto aber über mehrere Stunden angesteckt ist und lädt. Die Leitungen
und insbesondere Übergänge in Abzweigdosen werden warm bis sehr heiß, je länger der Strom fließt und es besteht die Gefahr des Kabelbrands. Schließt
Ihr das Elektroauto an eine ältere Steckdose oder Hausinstallation an, wird die Gefahr noch klarer. Im besten Fall fliegt die Sicherung, ansonsten schmilzt
die Steckdose oder das Kabel. Die Lösung dieser Probleme wäre eine Ladestation.

Bei der Anschaffung einer Elektroladestation könnt Ihr aus einer Vielzahl von Modellen und Anbietern wählen. Die breite Preisspanne von etwa 4.000
bis 8.000 Euro lässt sich zurückführen auf die Unterschiede in Punkto Leistung und Ausstattung. Wichtig ist deshalb, dass man sich für eine Stromtankstelle
entscheidet, die zu den Anforderungen des E-Autos passt.

Dazu kommen die Installationskosten:

Für eine fachgerechte Installation der Elektroladestation sollte man jedem Fall einen geschulten Elektroinstallateur zu Rate ziehen, der zunächst die
Grundvoraussetzungen vor Ort überprüft, die Montage durchführt und in die Bedienung einführt. Im Wesentlichen wirken sich folgende Aspekte auf die
Installationskosten aus:

Entfernung zum Sicherungskasten: Schnellladestationen benötigen einen Kraftstromanschluss (Dreiphasenwechselstrom) mit 400 Volt, der in der Regel in
jedem Haushalt in der Küche für den Elektroherd existiert. Eine solche Stromleitung muss mit eigenem Stromkreis entsprechend auch vom Sicherungskasten
zur Ladestation verlegt werden. Damit hat die Entfernung zwischen Parkplatz und Sicherungskasten Einfluss auf die Material- und damit Installationskosten

Vorbereitende Arbeiten: Je nach Gegebenheit werden im Zuge der Leitungsverlegung Grabungen oder Wanddurchbrüche notwendig. In diesem Fall müssen
gegebenenfalls Handwerker konsultiert werden, um anstehende Baumaßnahmen durchzuführen.
Montage: Findet sich ein geeigneter Platz für eine Wandmontage oder ist ein Betonsockel mit Ständer notwendig? Letzteres ist mit einem zusätzlichen
Arbeits- und damit Kostenaufwand verbunden.
Je nach Installationsaufwand können die Installationskosten etwa zwischen 1.000 bis 3.000 Euro betragen.
Und dazu kommen dann die Stromkosten.
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Offline heinz

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #7 am: 25. Februar 2018, 08:41:43 »
stimmt alles.

es geht aber weiter. draussen braucht es eine leistungsgemässe anschlussleitung des ew. und ein trafo dass dein auto zeitgleich mit deinen 10 nachbarn laden kann.

zuhause wirst du kaum mehr als 11kw anschlussleistung bekommen. das reicht auch, über nacht alles zu laden. es muss aber eine interaktion mit den nachbarstationen excistieren um das über die zeit zu verteilen. (das gibt´s schon)

Offline Mebus

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #8 am: 25. Februar 2018, 17:01:55 »
...Dazu kommen die Installationskosten:...

Sollten die in/an der Straße liegenden Kabel nicht ausreichend dimensioniert sein, müssten neue Kabel verlegt werden. Die dann entstehenden kosten würden auf die Anlieger umgelegt werden. Genau wie die neuen Straßenlaternen.
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Offline Duda

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #9 am: 25. Februar 2018, 22:46:22 »
Die Erklärung ist Klasse  :thanks:

Warum nur, hab ich vor 30 Jahren n Kraftstromanschluß in die Garage legen lassen  Ou

PROST

Duda

Offline altamm

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #10 am: 26. Februar 2018, 08:08:02 »
Die Erklärung ist Klasse  :thanks:

Warum nur, hab ich vor 30 Jahren n Kraftstromanschluß in die Garage legen lassen  Ou

PROST

Duda

 :thanks:   Sollte vielleicht eine neue Werkstatt werden ?
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Offline Mebus

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #11 am: 26. Februar 2018, 10:02:07 »
...Warum nur, hab ich vor 30 Jahren n Kraftstromanschluß in die Garage legen lassen  ...

Naja, es war jedenfalls nicht kurzsichtig...
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Offline Sandofranz

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Re: Straßenlaternen sind die neuen Ladesäulen
« Antwort #12 am: 26. Februar 2018, 18:45:55 »
Keine Ahnung ob meine Bedenken zutreffen oder nicht:
Im Stadtbereich halte ich das Aufladen von E-Autos an Straßenlaternen bzw. an öffentlich zugänglichen Ladestationen für problematisch.
Wir sehen täglich was in unseren Straßen passiert:
Sachbeschädigungen und Vandalismus finden permanent statt! In manchen Stadtgebieten mehr, in anderen weniger...generell aber überall!
Nun steckt man sein Auto in der "Laterndlgarage" der Wohnstraße an um es über Nacht zu laden...so weit OK.
Dann kommt eine Horde Besoffener und steckt das Auto ab...und schon kommst du am nächsten Arbeitstag zu spät!
Das ist der günstigste Fall...schlechter kann es auch kommen...wenn das Kabel gestohlen wird oder so beschädigt dass es zu ersetzen ist...was dann?
Man kauft es neu...und wird zum Dauerversorger der Diebe...die wissen ja in welchem Gebiet in Wohnungsnähe so ein Auto dauerhaft geparkt wird.
Vielleicht stolpert ein Rentner bei schlechter Sicht, Dunkelheit, Schneematsch usw. über das Kabel...welches vorher von "lustigen Idioten" quer über den Gehweg gelegt wurde?
Alles Fragen die durchaus berechtigt sein können...
Wer denkt das alles zu Ende?


 



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