Autor Thema: Kein gutes Beispiel  (Gelesen 510 mal)

Offline altamm

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Kein gutes Beispiel
« am: 19. April 2017, 08:34:10 »
Flaschen voll Urin, Fast-Food-Tüten und auch mal ganze Wohnzimmer: Tag für Tag verwandeln Autofahrer Hessens Straßen und Parkplätze in eine
Müllkippe. Sagen die Straßenwärter von Hessen Mobil etwas, werden sie noch angemotzt.

Mit voller Blase verliert der Autofahrer an Hessens Straßen jede Hemmung: Streckenwart Klaus Ziller und zwei Kollegen räumen den Parkplatz Hohe
Wart an der A67 bei Raunheim (Groß Gerau) auf. Wenige Meter von den Männern in den orangen Arbeitsklamotten stellen sich Reisende an den
Zaun und pinkeln, obwohl das Klohäuschen nur 30 Schritte entfernt ist.
"Wenn man da was sagt, wird noch gemotzt", sagt Ziller. Der 61-Jährige sorgt seit 34 Jahren im Dienst von Hessen Mobil an Autobahnen für Ordnung.
Immer dreckiger sei es geworden, sagt Ziller. 3.000 Tonnen Müll werfen Autofahrer Jahr für Jahr an Hessens Straßenränder. Ziller kann am Müll am
Seitenstreifen ablesen, welche Fast-Food-Kette in der Nähe eine Filiale hat.

Auf dem Parkplatz an der A67 stoßen Ziller und seine Kollegen Christian Melk und Andreas Bork bald auf Plastikflaschen voller Urin. Lkw-Fahrer
erleichtern sich während der Fahrt in die Flaschen und lassen sie dann zurück - oder gefährlicher: schmeißen sie bei voller Fahrt aus dem Fenster.
Überhaupt scheinen viele Autofahrer das Seitenfenster mit einem Müllschlucker zu verwechseln. Gerade in Ausfahrten sammelt sich der Müll, weil
bei reduziertem Tempo gern mal aufgeräumt wird. Neben den "Urin-Bomben" der Fernfahrer sammeln sich hier Kaffeebecher und Dosen.
Melk ist nach einer dreijährigen Ausbildung gerade Straßenwärter geworden. Er zählt auf, was Kollegen und er sonst noch finden: mal eine Pistole,
mal Drogen, aufgebrochene Tresore, Kühlschränke und immer wieder Papier, Becher, Windeln.

30.000 Arbeitsstunden im Jahr räumen die Mitarbeiter von Hessen Mobil auf, Aufträge an Fremdfirmen für Grundreinigung und Müllentleerung noch
nicht mitgerechnet. Zeit, die den Mitarbeitern für andere wichtige Arbeiten an der Autobahn fehlt. 15.000 Tonnen Müll klauben sie im Jahr von
Rastplätzen. "Manchmal finden wir ganze Wohnzimmer", sagt Melk.
Streckenwart Ziller berichtet, immer häufiger kippten Leute einfach den Hausmüll auf die Parkplätze. Das ist auch gefährlich, denn es lockt
Wildschweine an, die auf die Autobahnen und Parkplätze laufen. Und Ziller und seine Kollegen kommen inzwischen mit dem Aufräumen kaum noch
nach. Ihr schlichter Wunsch: dass die Leute einfach Mülleimer und Toilettenhäuschen nutzen.
Sandero 1.4 MPI - 2009 / http://www.armin-saar.de/

 



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