Autor Thema: Rückruf Hunderttausender Mercedes-Fahrzeuge  (Gelesen 311 mal)

Offline altamm

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Rückruf Hunderttausender Mercedes-Fahrzeuge
« am: 20. August 2018, 07:35:00 »
Es waren Gespräche, wie sie der Vorstandsboss eines großen deutschen Autokonzerns wohl noch nie mit einem Mitglied der Bundesregierung führen musste:
Wütend hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Mai dieses Jahres Dieter Zetsche, den mächtigen Daimler-Chef, nach Berlin zitiert. Scheuers
Beamte vom Kraftfahrt-Bundesamt hatten bei einem Modell nach dem anderen bei Mercedes festgestellt, dass ganz offensichtlich an der Abgasreinigung
manipuliert worden war.

Deshalb platzte dem Bayern der Kragen: Zetsche müsse ihm alle Diesel melden, die unerlaubte Mengen giftigen Stickoxids in die Luft blasen. Denn der Druck
auf Scheuer wird immer größer, hart durchzugreifen, je mehr Dieselfahrern in deutschen Städten Fahrverbote drohen. Der Daimler-Boss lieferte, und jetzt
kann der Minister Vollzug melden. Doch die Liste, die dabei entstanden ist, gerät für Zetsche zum Debakel.

Denn die Abgasmanipulationen ziehen sich durch beinahe alle Klassen und Typen - und manche werden bis heute verkauft. Das geht aus einer Liste des
Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor.  Darauf stehen 24 Modelle, bei denen das Amt Ende Juli einen amtlichen Rückruf angeordnet hat.
Insgesamt sind 700.000 Autos in Europa betroffen, davon 280.000 in Deutschland. Ein Daimler-Sprecher erklärte auf Anfrage, es handele sich bei der
Maßnahme um den Rückruf, der in zwei öffentlich bekannten Terminen zwischen dem Bundesverkehrsministerium, dem KBA und Daimler
Gesprächsgegenstand war. Man werde Widerspruch einlegen, aber auch Software-Updates entwickeln und die Kunden informieren.
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