Autor Thema: Urteil über Auto-Ersatzteile  (Gelesen 525 mal)

Offline altamm

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Urteil über Auto-Ersatzteile
« am: 19. September 2019, 12:25:48 »
Es bleibt erst einmal dabei: Die Ersatzteile für Autos werden noch nicht billiger. Der Europäische Gerichtshof (EuGH), hat heute entschieden: Die
Autohersteller müssen anderen Unternehmen zurzeit noch keinen kompletten elektronischen Zugang zu Ersatzteilverzeichnissen gewähren.

Zulieferfirmen und freie Händler auf dem Ersatzteilmarkt hatten gegen einen Autobauer geklagt. Er sollte Datensätze zur Verfügung stellen,
aus welchen hervorgeht, welches Teil genau in welchem Auto verbaut wurde. Denn nur wer Zugang zu diesen Daten hat, könne Kunden die
passenden Teile liefern und damit richtig am Wettbewerb teilnehmen.

Der Bundesgerichtshof als oberstes deutsches Zivilgericht hat den EuGH angerufen, diesen Streit zu klären. Die Richter entschieden nun, dass
das europäische Recht bislang noch keine Pflicht vorsieht, diese Informationen herauszugeben. Diese Pflicht wird erst ab September 2020
mit einer neuen Verordnung eingeführt.
Das bedeutet: Erst im nächsten Jahr kommen die freien Werkstätten an alle Daten, die sie aus ihrer Sicht brauchen, um problemlos günstige
Ersatzteile zu bestellen. Ab September 2020 könnten die Reparaturen daher für die Kunden preiswerter werden.
Sandero 1.4 MPI - 2009 / http://www.armin-saar.de/

Offline heinz

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Re: Urteil über Auto-Ersatzteile
« Antwort #1 am: 19. September 2019, 19:12:31 »
es ist mir nicht ersichtlich ob dadurch ersatzteile teuerer oder billiger werden. generell sind die meisten gebrauchs- und verschleissteile offen im internet erhältlich. und wenn mal etwas seriöses kaputtgeht, was beim dacia nicht vorkommt, dann geh ich zum händler und der repariert. ob das teil dann 10 oder 20 franken billiger zu haben ist, fällt vermutlich nicht ins gewicht. 

sieht aus wie ein hype um nix. Of Of

Offline altamm

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Re: Urteil über Auto-Ersatzteile
« Antwort #2 am: 20. September 2019, 08:27:58 »
Ja Heinz, das stimmt für zum Beispiel meinen fast 10 Jahre alten Sandy. Dessen Ersatzteile sind schon fast Jahrzehnte auf dem Markt und wurden

wahrscheinlich öfter nachgebaut und damit günstiger.  Wenn eine andere Autofirma aber ein neues Kfz-modell auf den Markt schafft, das anders

aussieht und dessen Einzelteile teilweise neu konstruiert und gebaut wurden, damit kosten die erstmal eine gute Stange Geld.

Da verdienen die Aktionäre bei Reparaturen gutes Geld. Dies lassen sich die Autobauer nicht entgehen.
Sandero 1.4 MPI - 2009 / http://www.armin-saar.de/

Offline diesonja

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Re: Urteil über Auto-Ersatzteile
« Antwort #3 am: 22. September 2019, 19:42:20 »
Es gibt verschiedene Interessen. Ein Berufstätiger braucht wohl ein Fahrzeug, das besser vom Hersteller repariert wird und zuverlässig
läuft. Ein Fahrer der nicht so aufs Auto angewiesen ist, kann auch zu einer günstigeren Werkstatt fahren. Dies bedeutet nicht, daß es
deshalb schlechter repariert wird.
Sandy 1.4 - Bj.2010 - gebraucht erworben.  Cooooles Auto :-))

Offline Willy

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Re: Urteil über Auto-Ersatzteile
« Antwort #4 am: 25. September 2019, 21:53:52 »
Ich denke das Thema ist sehr viel komplexer.
Es geht hier nicht nur darum ein Fahrzeug billiger oder teurer wieder herzustellen.

Ich kenne mich da nicht so aus, da ich mit meinen bisherigen und aktuellem Fahrzeug - sehr stabile und langlebige
Modelle hatte (habe). Die Werkstattbesuche bschränkten sich auf die unausweichlichen Sicherheits- und  sicherheitsrelevanten Verschleißreparaturen.

Ich sehe aber 2 Haupthintergründe für diese Forderungen.
zum Einen:  die Hersteller treiben die Verwendung von Standardteilen in ihren Modellen, teils auch herstellerübergreifend, immer weiter voran.
                    Das heißt dann aber auch, daß  Bauteile aus einem billigeren oder anderen  Modell auch in das teure Modell passen würden.
                    Der Hersteller wird aber Ersatzteile zu den jeweiligen Modellen bzw. Modellreihen mit entsprechend unterschiedlichen Preisen bereitstellen.
                    Das ist er schließlich seinen Kunden schuldig (leichte Ironie) und außerdem ist das im Finanzplan des Unternehmens schon so  vorausberechnet.
zum Anderen:  Wird freien oder unabhängigen Werkstätten so die Möglichkeit genommen entsprechende Ersatzteile schnell und kostengünstig zu ermitteln.
                        Das geht schließlich in den Zeitfonds der Reparatur mit ein wird aber nicht speziell abgerechnet. Außerdem muß der Reparaturbetrieb ja auch
                        sicherstellen, daß das Ersatzteil keine Fälschung ist, weil er ja dafür haftet.
                       
Zusätzlich ist zu bedenken, daß durch die Politik der Autohersteller und auch der Versicherungen, immer weitere Spezialisierungen und Abhängigkeiten entstehen bzw. zementiert werden.  Das macht es solchen (freien) Werkstätten schwer am Markt zu überleben.

Der (langsam beginnende) Umstieg auf E-Fahrzeuge kann die Lage entschärfen, weil weniger unterschiedliche Antriebsteile verbaut werden.
Es kann zu einem weiteren  Werkstattverlust führen, weil insgesamt weniger zu reparieren ist und die Hersteller verbundene Werkstätten bevorzugt beliefern.

Da ist sicher einiges an Spekulation dabei.
Sicher ist nur, daß mehr Transparenz sicher gut  ist.  Ob es aber die erwarteten und gewünschten Resultate bringt ist hingegen NICHT sicher.


Optimismus - ist die lachende Kehrseite des Realisten
Willy, der Sparsame

 

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