Autor Thema: Neuwagen mit Digitalradio DAB+  (Gelesen 804 mal)

Offline altamm

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Neuwagen mit Digitalradio DAB+
« am: 09. November 2019, 09:22:44 »
Das Digitalradio DAB+ wird in Zukunft in jedem Neuwagen in Deutschland zu hören sein. Vom 21. Dezember 2020 an müssen Radios in neuen
Fahrzeugen sowie neue stationäre Radiogeräte mit Display den Empfang und die Wiedergabe von DAB+ ermöglichen. Das hat der Bundesrat
am Freitag entschieden.

Das Digitalradio DAB+ ist trotz technischer Vorteile nicht unumstritten. Kritiker von DAB+ meinen, bei der Digitalisierung des Rundfunks solle man
gleich auf Internet-Streaming setzen. Befürworter verweisen auf eine größere Sendervielfalt und bessere Klangqualität.
Die DAB+-Befürworter erhoffen sich nun insbesondere von der verabschiedeten Autoradio-Pflicht einen großen Schub für das Digitalradio. Mit
der Änderung des Telekommunikationsgesetzes setzt die deutsche Legislative Regelungen der Europäischen Union zur Interoperabilität
beim Radio-Empfang in nationales Recht um. Der Bundestag hatte den Gesetzesentwurf zuvor am 17. Oktober angenommen.

Die Digital-Staatsministerin im Kanzleramt, Dorothee Bär (CSU) betonte, an DAB+ führe auch gesetzlich jetzt kein Weg mehr vorbei. „Mit
der Novelle wird die Digitalisierung des Hörfunks maßgeblich beschleunigt.“ Damit werde sich die Verbreitung und Akzeptanz von DAB+ in
ganz Deutschland verbessern.
Auch Heike Raab (SPD), Medienstaatssekretärin in der Staatskanzlei Rheinland-Pfalz, begrüßte den Beschluss: „Die Qualität und die
flächendeckende Verbreitung überzeugt überall, auch in den ländlichen Regionen.“ Mit der jetzt bundesweit einheitlichen Regelung profitierten
Hörerinnen und Hörer in ganz Deutschland von mehr Programmauswahl und besserem Klang. „Hersteller, Händler und Programmanbieter
verfügen über die nötige Planungssicherheit für die Umstellung ihres Geräteportfolios.“

In Deutschland sind aktuell nach offiziellen Angaben mehr als 260 unterschiedliche lokale und überregionale Programme über DAB+ verfügbar.
Die Abdeckung erreicht demnach 98 Prozent der Fläche, die Autobahnen seien nahezu komplett versorgt. Derzeit sind knapp 7 Millionen Autos
in Deutschland mit DAB+ ausgestattet.
Sandero 1.4 MPI - 2009 / http://www.armin-saar.de/

Offline Bollermann

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Re: Neuwagen mit Digitalradio DAB+
« Antwort #1 am: 09. November 2019, 14:12:34 »
Da kann man mal sehen mit welchem bullshit sich unsere Politiker beschäftigen, anstatt die wirklich wichtigen Dinge anzugehen!
Die Art des Radioempfang ist nicht mal ansatzweise sicherheitsrelevant und sollte nun wirklich dem jeweiligen Nutzer überlassen werden! Zudem regelt soetwas der Markt selber, denn irgendwann in nicht zu ferner Zukunft werden eh keine Radios mit alter Empfangstechnik mehr gebaut und verkauft.
Ich hätte noch Vorschläge für unsere unterbeschäftigten Politiker (Satiremodus an):
Stereoempfang sollte zwingend vorgeschrieben werden!
Nasebohren nur mit dem linken Zeigefinger!
Popo abputzen nur mit genormter Prägung im Papier!
(Satiremodus aus)
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Offline Willy

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Re: Neuwagen mit Digitalradio DAB+
« Antwort #2 am: 09. November 2019, 22:51:27 »
Mit den Funkwellen ist das so eine Sache....
Da man sie nicht sieht und auch nicht direkt erkennt was da alles übertragen wird.

Die Senderverbreitung über Kurz- und Mittelwelle  sind in Europa Geschichte.
Die dort frei gewordenen Frequenzen werden inzwischen im Mobil- und Sicherheitsfunk verwendet.

Über UKW wird aber nicht nur der Rundfunk übertragen - da wird auch TMC für die Verkehrsmeldungen und Navi's verbreitet.
Da speziell viele Autoradios auf UKW ausgelegt sind, würde eine (baldige) Umstellung auf DAB+  viel Elektronikschrott erzeugen.

Außerdem sollte nicht vergessen werden, daß der Anfang mit dem Standard DAB gemacht wurde.
Die (gekauften) teuren Geräte sind bereits Elektronikschrott, da sie  nicht mit dem DAB+ Standard kompatibel und auch nicht aufrüstbar sind.
Ein ähnliches Problem gab es mit dem DVB-T Standard und deren Geräten.
Wegen  Reichweiten- und Bandbreitenproblemen wurden  sowohl DAB  als auch DVB-T  wieder eingestampft.

Inzwischen sind die Gerätepreise für DAB+ einigermaßen erträglich (außer bei einigen Prem+++marken).

Für die Sender ist es auch eine Kostenfrage - ob sie neben UKW und Internet auch noch für DAB+ (kaum Höhrer) bezahlen sollen.
Private Sender generieren dort kaum Werbeeinnahmen, so daß es nur zusätzliche Kosten sind.

Letztlich endet es immer in der Antwort auf die Fragen - Lohnt es sich ? und wer bezahlt es ?

     
Willy, der Sparsame

Offline Bollermann

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Re: Neuwagen mit Digitalradio DAB+
« Antwort #3 am: 09. November 2019, 23:00:41 »
Wer das bezahlt? Lustige Frage...! x:z
Die Digitalisierung ist doch beschlossene Sache in diesem unseren Lande! Dafür kann man trefflich jede Menge Steuergeld verballernen! Wir schaffen das... Pa
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Offline Willy

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Re: Neuwagen mit Digitalradio DAB+
« Antwort #4 am: 09. November 2019, 23:57:35 »
Falls es nicht klar wurde:  Es geht hier an (fast) KEINER Stelle um Steuergeld.

Die Radios und Navis und ggf. Zusatzgeräte hat jeder selber zu  bezahlen,
die Sendeanlagenbetreiber sind Privatunternehmen, die Sender sind entweder werbefinanziert oder per Rundfunkbeitrag.

Es wird hier  NUR per Gesetz  eine  zusätzliche Empfangsmöglichkeit festgelegt.

Das gleiche wurde bei DVB-T gemacht.  Die Umstellung auf DVB-T2 mußte nicht mehr per Gesetz durchgesetzt werden, weil da das analoge Fernsehen schon so gut wie Geschichte war.

Es geht hier zwar um UNSER Geld, aber NICHT um Steuergeld.

Bemerkung am Rande - es wird zwar von 98% Flächenabdeckung (DAB+) gesprochen, das ist aber bei Mobilfunk auch so ....
 
Willy, der Sparsame

Offline Bollermann

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Re: Neuwagen mit Digitalradio DAB+
« Antwort #5 am: 10. November 2019, 00:39:36 »
@willy, du hast Recht...der rundfunkbeitrag ist natürlich offiziell keine Steuer, sondern ein erzwungener Beitrag...mein pipimann und meine Geldbörse empfindet das anders..mein UKW Empfang ist übrigens einwandfrei...
Im übrigen werden die öffentlichen regionalen Sender sehr wohl aus Steuermitteln finanziert, also auch die Umstellung auf DAB+.
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Offline altamm

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Re: Neuwagen mit Digitalradio DAB+
« Antwort #6 am: 10. November 2019, 08:42:47 »
Mal kurz einen Nachteil von Dab+:  Hier im gesamten Saarland sind nur 20 Sender in diesem Frequenzpaket geplant. Wenn die dabei bleiben,

können sie sich das Dab+ in den Haaren verteilen. Wo bleibt in dieser Soße die Informationsvielfalt ?
Sandero 1.4 MPI - 2009 / http://www.armin-saar.de/

Offline Willy

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Re: Neuwagen mit Digitalradio DAB+
« Antwort #7 am: 10. November 2019, 17:24:14 »
zu DAB+ und Rundfunk scheint eine ziemliche Grauzone zu sein.

@Bollermann:  Eine Studie zu allen (rund 200) regionalen, privaten Sendern in D, die NICHT auf Gewinnerzielung arbeiten, zeigt, daß
                        in allen Bundesländern (entsprechend dem dortigen Landesmedienrecht) insgeasamt ca. 16 Mio zur Unterstützung aus den
                        Landeshaushalten ausgegeben wurden. das sind 17% der Einnahmen der Sender - 19% werden für die technische Verbreitung
                        ausgegeben; Da ist KEIN DAB+  dabei, weil das hauptsächlich Kabelnetze und andere Wege betrifft.
                        Das ist aber Landessache und die Mittel werden nicht aus der Rundfunkgebühr bezahlt.

Quelle: https://www.bundestag.de/resource/blob/422658/ee0b6b54c71513f6d88a6fd297f657f4/WD-10-019-16-pdf-data.pdf (Lagebericht Finanzierung regionaler, privater Sender)
Zitat
...Trotz gestiegener Umsätze auf rund 98 Mio. Euro 2014 (2012: 97 Mio. Euro) und Ausgaben von 105 Mio. Euro erreichten die rund146 Lokal-TV-Sender zwar einen leicht verbesserten, dennoch negativen Kostendeckungsgradvon 93 Prozent (2012: 90 Prozent)15.Zum Kostendeckungsgrad im privaten Lokal-TV (ohne Sparten-TV) heißt es in der oben genannteStudie abschließend, dass der Gesamtertrag der Lokal-TV-Sender im Vergleich von 97,2 Mio.Euro (2012) auf 98,2 Mio. Euro (2014) leicht angestiegen sei. Die Hälfte der Einnahmen (50 Pro-zent bzw. 49,0 Mio. Euro) erzielten die regionalen Anbieter durch Werbung und Vermarktung,drei Viertel davon unverändert durch regionale TV-Spots. Auftragsproduktionen in Form vonSpot-, Industrie- oder Imagefilmen sowie Rechteverkäufe hätten 17 Prozent der Gesamteinnahmen dargestellt (16,6 Mio. Euro), ebenso wie die Fördergelder in Höhe von 16,4 Mio. Euro.

Nur die Senderfamilie ARD, ZDF und Deutschlandradio wird aus dem Rundfunkbeitrag und Werbung finanziert.

@altamm:  Die relativ geringe Zahl der Sender bestimmt sich eben aus der derzeit noch geringen Reichweite (nach Haushalten/Personen),
                 die das empfangen (können).  UKW ist sehr viel mehr verbreitet und in der Bevölkerung benutzt. Selbst in Handys ist meist ein UKW Radio
                 integriert.  So lassen sich für private Sender über DAB+ keine Werbeeinnahmen generieren (wenig Hörer), aber die technische Verbreitung
                 müßte trotzdem bezahlt werden.
                 Erst, wenn DAB+  die vorherrschende Empfangsmöglichkeit ist, wird sich das wohl ändern.
                 Oder - wenn UKW abgeschaltet wird.  Auf die damit einhergehenden Probleme hatte ich schon angespielt.

Einige Kritiker von DAB+ verweisen inzwischen schon darauf, daß mit dem Mobilfunk-5G (Internet) eine allgemeinere Alternative  bereit stünde.
Da darf man noch auf die weitere Entwicklung gespannt sein....
Willy, der Sparsame

Offline altamm

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Re: Neuwagen mit Digitalradio DAB+
« Antwort #8 am: 11. November 2019, 08:38:50 »
Danke Willy, hab mich auch mal ein bißchen umgehört. Im Saarland wird die DAB+ - technik eine rein private Veranstaltung.

(  Das Unter­nehmen Divicon Media darf nach den regio­nalen Muxen in Leipzig und Frei­berg seine dritte DAB+ - Platt­form aufbauen. Der Medi­enrat der
Landes­medi­enan­stalt Saar­land (LMS) hat dem Leip­ziger Netz­betreiber die Über­tragungs­kapa­zitäten auf dem landes­weiten DAB+-Frequenz­block 11C
zur Nutzung als Platt­form­anbie­terin für zehn Jahre zuge­wiesen.  )
Dies bedeutet, Divicon betreibt das Sendernetz. Die Inhalte werden jedoch überwiegend von dem Medi­enrat der Landes­medi­enan­stalt Saar­land (LMS) bei-
gesteuert, also öffentlich finanziert. So ist es mal geplant.

__________

Neueste Entwicklung vom Monatsanfang:  UKW bleibt in Deutschland bis mindestens 2032

Der Versuch der Politik, ein erzwun­genes Ende der analogen UKW-Verbrei­tung auch in Deutsch­land zu erwirken, ist geschei­tert. Während Norwegen
UKW bereits abge­schaltet hat und als Nächstes die Schweizer nach­ziehen wollen, läuft das gute, alte, analoge Dampf­radio hier­zulande noch
mindes­tens 13 Jahre und voraus­sicht­lich sogar noch lange darüber hinaus weiter.
Der Medi­enrat der Medi­enan­stalt Hamburg/Schleswig-Holstein (MA HSH) hat in seiner letzten Sitzung über die Frequenz­zuwei­sungen im Hamburger
UKW-Spek­trum entschieden und dabei Lizenzen bis September 2032 vergeben.

Radiohörer können sich freuen:  Das gute, alte UKW bleibt. Beim Radio hat die Politik nun fest­gelegt, nicht gegen den Willen der Bevöl­kerung zu
entscheiden. In Nord­rhein-West­falen hat Minis­terprä­sident Armin Laschet (CDU) entspre­chend auf eine Anfrage der SPD reagiert und bekräf­tigt,
dass für eine Abschal­tung von UKW alleine die Akzep­tanz der Hörer­schaft ausschlag­gebend sei: "Aus Sicht der Landes­regie­rung gebietet sich
deshalb ein tech­nolo­gieneu­traler Ansatz".

Obwohl DAB+ und Internet laut Digi­tali­sierungs­bericht der Landes­medi­enatalten stark zuge­legt haben, ist UKW für 68,7 Prozent noch immer der
meist­genutzte Weg zum Radio­hören.
Das bedeutet für das bevöl­kerungs­reichste Bundes­land: UKW bleibt und wird sogar noch ausge­baut durch eine zusätz­liche Frequenz-Kette.
Dennoch wird auch das digital-terres­trische Radio DAB+ gestärkt: Sobald Frequenzen durch die Bundes­netz­agentur frei­gegeben wurden, kann
die Landes­medi­enan­stalt sie ausschreiben. Parallel wird auch die Verbrei­tung von Hörfunk im Internet zunehmen.
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