Autor Thema: eCall soll ab April 2018 Pflicht werden  (Gelesen 5212 mal)

Offline altamm

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eCall soll ab April 2018 Pflicht werden
« am: 07. Dezember 2014, 05:32:31 »
Alle Neuwagen in Europa sollen spätestens ab April 2018 mit dem automatischen Notrufsystem eCall ausgestattet sein. Der
zuständige Ausschuss im Europaparlament stimmte am Donnerstag in Brüssel für die Einführung. Auch die EU-Staaten müssen
dem Plan noch zustimmen, ein Ja wird aber erwartet. Bei einem Unfall soll eCall automatisch den Rettungsdienst alarmieren und
so die Zeit bis zum Eintreffen der Helfer verkürzen. Allein im vergangenen Jahr starben nach Angaben des Europaparlament
etwa 26.000 Menschen auf Europas Straßen.

Die Einführung von eCall war bei Datenschützern auf Bedenken gestoßen – sie fürchteten, das System könne Informationen etwa
zur Fahrweise sammeln, die auch gegen den Autofahrer verwendet werden könnten. Laut Parlament sollen erst dann Daten
übermittelt werden, wenn ein Unfall geschieht. Zu diesen Informationen gehören die Fahrzeugklasse, die Art des Treibstoffs sowie
Unfallzeit und -ort. Der Rettungsdienst darf diese Daten nicht ohne ausdrückliche Genehmigung der Betroffenen an Dritte weitergeben,
zudem müssen sie löschbar sein. Einige Autohersteller bieten bereits eigene eCall-Systeme an. Verbraucher können selbst entscheiden,
ob sie diese weiterhin nutzen.

Quelle: http://www.tt.com/auto/news/9346513-91/autos-sollen-ab-2018-bei-unfall-automatisch-notruf-abesetzen.csp
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Offline heinz

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Re: eCall soll ab April 2018 Pflicht werden
« Antwort #1 am: 07. Dezember 2014, 11:24:52 »
bedeutet das eigentlich, dass jeder autofahrer dazu ein handyabo bezahlen muss? oder sind diese anrufe als notfall gratis?

Offline Sandofan

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Re: eCall soll ab April 2018 Pflicht werden
« Antwort #2 am: 07. Dezember 2014, 14:10:24 »
bedeutet das eigentlich, dass jeder autofahrer dazu ein handyabo bezahlen muss? oder sind diese anrufe als notfall gratis?

Gute Frage!
Es müssen ja auch (ständig?)  GPS-Daten heruntergeladen werden.

Da wird es wohl eine E-Call-Flat zu 6.99 € bis zur Stilllegung des Fahrzeuges geben. Or Or

Ähm.... ist gar nicht zum lachen. Ox
Gib einem Hungrigen einen Fisch, und er ist für einen Tag satt. Zeig ihm, wie man angelt, und er pöbelt Dich an, dass er besseres zu tun hätte, als Schnüre ins Wasser hängen zu lassen

Offline Knickohr

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Re: eCall soll ab April 2018 Pflicht werden
« Antwort #3 am: 07. Dezember 2014, 15:03:04 »
http://de.wikipedia.org/wiki/ECall

Schon allein die ersten beiden Sätze klären alles auf :

Zitat
Bei eCall (Kurzform für emergency call[1]) handelt es sich um ein von der Europäischen Union geplantes automatisches Notrufsystem für Kraftfahrzeuge, das ab Oktober 2015 verpflichtend in alle neuen Modelle von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen eingebaut werden muss.[2] Im Fahrzeug montierte Geräte sollen einen Verkehrsunfall automatisch an die einheitliche europäische Notrufnummer 112 melden und durch die rascher initiierten Rettungsmaßnahmen helfen, die Zahl der Verkehrstoten zu senken und die Schwere von Verletzungen im Straßenverkehr zu reduzieren. eCall ist ein wichtiges Projekt der eSafety-Initiative der Europäischen Kommission.

Notfallrufnummer sind immer kostenfrei.

Thomas

Offline pumi

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Re: eCall soll ab April 2018 Pflicht werden
« Antwort #4 am: 08. Dezember 2014, 06:30:34 »
Eben... Ausserdem hat der autohersteller ja auch was davon, schliesslich kann er sich kostenlos ständig daten über das Fahrzeug schicken lassen... Km Leistung, fahrverhalten, schäden... Ist bei aktuellen bmw modellen wohl schon üblich... So kann bmw im schadenfall den Umsatz schon drauf rechnen...  ;)
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Offline Willy

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Re: eCall soll ab April 2018 Pflicht werden
« Antwort #5 am: 11. Dezember 2014, 21:58:26 »
Also nach meinem Verständnis und der derzeitigen Informationslage, ist der "notruf" selbst kostenlos , aber
die dazu notwendige Infrastruktur und eigebauten Geräte nicht.
Es wird zwar (von EU Seite) eine Kostenhöhe von ca. 100 €  für standardverbaute Geäte angestrebt,
aber eine verbindliche Aussage existiert dazu derzeit nicht.
Auch soll und wird es wahrscheinlich sehr unterschiedliche Modelle  und Ausstattungen geben.
Im Premiumbereich ist sowas schon jetzt  einbaubar, mit deuztlich erweiterten Funktionen.

Das Hauptproblem ist bzw. wird , daß hier zusätzliche Technik verbaut wird, die  a)  nicht nur positve Wirkungen hat
und schon jetzt (teilweise) ganz merkwürdige Begehrlichkeiten weckt und  b) suggeriert wird , daß mit nur genügend technischen Schnickschnack (Verzeihung - Maßnahmen) eine signifikante Erhöhung der Rettungszahlen erreicht werden könnte.

Es ist  2006 ein Pilotversuch in Österreich mit 100 Fahrzeugen (Testern) gemacht worden.
Die waren hauptsächlich (wenn nicht ausschließlich) in gut erschlossenen Gebieten unterwegs.
Sowohl was die Netzabdeckung als auch die Dichte der Rettungsstationen betraf.

Das einfach auf den europäischen  Maßstab hochzurechnen mutet schon ein bißchen abenteuerlich an.
Die Eingangsgrößen  von 40000 Verkehrstoten in der EU (2008) 2500 retten zu können -
ist sehr  unspezifisch, da hier keine Unterscheidung nach  Land, Umstände, Fahrzeug, Gegend und zeitliche Entwicklung
gemacht wird und damit die Aussage eher populistisch ist.

Zu Gute kommt es vielleicht denen , die später (wie bereits im Test) in gut ausgestatteten Regionen beheimatet sind.
Dafür müssen aber alle anderen mitbezahlen, damit das System als Massenware  billig wird.

Ich bin ja auch gespannt, ob es sich ahnlich entwickelt wie die so viel beworbenen Rauchmelder.
In Firmen und öffentlichen Einrichtungen sind diese auch mit einem automatischen Notruf verbunden.
inzwischen, es sind noch nichtmal alle möglichen verbaut, stöhnen die Feuerwehren schon über die große und zunehmende Zahl von Fehlalarmen.

Wenn dann e-call  bei jedem Auslösen der Airbags oder "Dreher"  die Rettungskräfte ruft , wird das hoffentlich  nicht andere Leben kosten, die gerade NICHT im Auto unterwegs waren m aber trotzdem Hilfe brauchten.

Auf der Basis von Statistiken und Milchmädchenrechnungen kann man wirklich jede Übertreibung begründen.

Ich bin sooooo froh , daß ich mir noch  vor Inkrafttreten dieser (gesetzlichen) Regelungen ein ordentliches Auto geleistet habe.

Gute Fahrt
Willy, der Sparsame

Offline altamm

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Re: eCall soll ab April 2018 Pflicht werden
« Antwort #6 am: 30. April 2015, 07:11:32 »
Das EU-Parlament stimmte am Dienstag abschließend für das neue System. Bei einem Unfall soll eCall automatisch den einheitlichen europäischen
112-Notruf auslösen. So sollen Helfer schneller zum Unfallort geführt werden - auch wenn der Fahrer bewusstlos ist.
Bei der eCall-Debatte im Parlament war der Datenschutz der wichtigste Aspekt: Das System soll nur bestimmte Daten weitergeben, darunter Ort
und Zeitpunkt des Unfalls, die Fahrtrichtung, die Zahl der Insassen und die Art des Treibstoffs.

Um einen Missbrauch der Daten zu verhindern, soll eCall ungenutzte Informationen kontinuierlich löschen. eCall werde keine Metadaten sammeln,
die für die Erstellung von Bewegungsprofilen genutzt werden könnten. eCall ist ausdrücklich ein sogenanntes schlafendes Notrufsystem -
Positionsdaten werden nur im Falle eines Notfalls übermittelt.

Quelle:  u.A. http://www.mdr.de/nachrichten/ecall-abstimmung100.html
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Offline Sandofranz

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Re: eCall soll ab April 2018 Pflicht werden
« Antwort #7 am: 01. Mai 2015, 17:54:09 »
Unfallort - Unfallzeit - Fahrtrichtung...mittels GPS kann das zweifelsfrei erfasst und gemeldet werden, ggf. auch die vor dem Unfall gefahrene Geschwindigkeit.
Treibstoffart - kann einmalig für das Fahrzeug im Datensatz hinterlegt werden...
Zahl der Insassen...da wird es interessant: Sensoren unter jeder Sitzfläche, oder wird die Zahl über die aktiv verwendeten Sicherheitsgurte ermittelt?
Beruhigend für mich dass ich so ein "schlafendes Notrufsystem" :sleepy  von 1967 bis heute nicht benötigt habe!

Offline Willy

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Re: eCall soll ab April 2018 Pflicht werden
« Antwort #8 am: 03. Mai 2015, 21:32:21 »
Ja - das mit dem e-call ist schon gut gedacht, aber in der verabschiedeten Fassung heißt es dann auch , daß "aufbauend auf der E-call Infrastruktur Zusatzdienste angeboten werden können."
Ich wette 100 Euro, daß noch vor der offiziellen Einführung 2018, eine Menge dieser Zusatzangebote und -dienste
entstehen wird. die dann auch gleich mit vermarktet werden.

Diesen Freifahrtschein werden sich Versicherungen, Entertainmentanbieter, Autoklubs  und andere nicht entgehen lassen.

Ich bin auch mal gespannt , da der Notruf auch per Hand ausgelöst werden können soll, wann die Notrufzentralen
unter der Last der Fehlalarme zusammenbrechen.
Mir ist bis jetzt KEIN elektronisches System bekannt, daß wirklich nur für die Funktionen benutzt werden kann,
 für die es angedacht und konzipiert war. 

Zukunft ist , wenn morgen -  heute schon gestern ist.
Willy, der Sparsame

Offline altamm

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Re: eCall soll ab April 2018 Pflicht werden
« Antwort #9 am: 04. Mai 2015, 07:05:58 »
So ist es Willy   -::

Hinter diesem europaweiten Notrufsystem steckt eine gigantische IT-Infrastruktur, die von 28 Ländern betrieben wird. Hunderte Millionen Autofahrer
mit etwa 230 Millionen PKWs sollen nach einem Unfall innerhalb von Millisekunden auf diese Infrastruktur zugreifen: Die eCall-Box im Fahrzeug schickt
eine SMS-Nachricht über die europaweit einheitliche 112-Notrufnummer an die nächste Rettungsleitstelle. Von dort ruft ein Mitarbeiter im Auto an,
verifiziert die Meldung und schickt Hilfe.

Doch es ist völlig klar, es gibt keine Lebensrettung, ohne ein tragfähiges Geschäftsmodell. Und das heißt bei eCall “Zusatzdienste”. Der ertragreichste
Zusatzdienst ist der “Werkstattruf”. Bleibt ein Fahrzeug mit einem Schaden liegen, klicken die Fahrer auf diese Werkstattruf-App. Die schickt über einen
zweiten Kanal der eCall-Box eine Nachricht in das Call-Center ihres Autoherstellers. Die Call-Center-Mitarbeiter nehmen den Schaden auf und schicken
einen Werkstattwagen. Die folgende Rechnung ist so einfach wie brutal: Das Unternehmen, das als erstes bei einem liegengebliebenen Fahrzeug ankommt,
hält alle weiteren Prozesse in der Hand.

Kein Wunder, dass in Brüssel die Nerven blank liegen. Denn es geht um atemberaubende Summen: Der Markt in Deutschland allein für den Service der
Kfz-Betriebe – dazu zählen Lohn, Teile und Zubehör – hat laut dem Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe einen Wert von 32 Milliarden Euro.
Innerhalb eines Jahres setzen die Unternehmen in Europa nach Angaben von CECRA mit Kunden- und Teiledienst etwa 170 Milliarden Euro um.

https://www.adac.de/infotestrat/unfall-schaeden-und-panne/ecall_gps_notruf/default.aspx
Sandero 1.4 MPI - 2009 / http://www.armin-saar.de/

 



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