Autor Thema: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben  (Gelesen 2808 mal)

Offline altamm

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Was jeder wissen sollte oder eben wissen müsste, der ein Auto mit Partikelfilter fährt: Die Dinger muss man gelegentlich „frei brennen“.
Die Filter setzen sich zu, wenn sie überwiegend auf kurzen Strecken und mit niedrigen Geschwindigkeiten gefahren werden. Offenbar
wissen das dennoch viele Fahrer eines Dieselautos nicht. Eine Warnleuchte im Cockpit weist auf das Problem hin. In der Betriebsanleitung
steht, wie man dann vorgehen, oder besser: fahren muss.

Manchmal aber auch nicht. Beim Renault Grand Scénic zum Beispiel, steht nicht im Handbuch, was zu tun ist, wenn der Partikelfilter sich
zugesetzt hat. Deshalb darf ein Autofahrer aus Nordrhein-Westfalen seinen Van jetzt zurückgeben. Das Landgericht Düsseldorf verurteilte
einen Händler, der den Renault verkauft hatte, im Gegenzug 24.000 Euro an den Kläger zurück zu zahlen.

Der Kläger hatte den Scénic mit 2,0-Liter-Diesel im Sommer 2015 gekauft. Mit 13.900 Kilometern laut Tacho. Rund drei Monate später
leuchtete dreimal kurz hintereinander eine Warnleuchte im Cockpit. Die zeigte an, dass der automatische Reinigungszyklus abgebrochen wird,
der eigentlich den Partikelfilter frei brennen soll. Dieser hatte sich in kurzer Zeit mehrfach zugesetzt. Das passierte, weil der Scénic-Fahrer
nach eigener Aussage quasi ausschließlich Kurzstrecken fuhr. Das hätte er dem Verkäufer von vorne herein auch gesagt.

Diesem Umstand folgten die Richter und entschieden wie folgt: Mit dem Auto sei alles in Ordnung, es sei sogar für
„überwiegenden Kurzstreckenbetrieb“ geeignet, „sofern der Dieselpartikelfilter bei Bedarf gereinigt wird“. Das ist gängige Rechtsprechung.
Allerdings habe der Autohändler seine Aufklärungspflicht verletzt. Denn: das Handbuch des Scénic schweigt sich über gelegentliche
Regenerationsfahrten aus: „Enthält das Bedienungshandbuch – wie vorliegend – jedoch keinen Hinweis auf die Notwendigkeit
der Durchführung von Regenerationsfahrten, ist eine Hinweis- und Beratungspflicht des Händlers zu bejahen.“

siehe auch: http://sandero-freunde.de/index.php/topic,669.0.html
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Offline heinz

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #1 am: 18. Mai 2016, 17:34:19 »
wenn ich die kilometerzahlen anschaue meine ich dass dieser mann das falsche auto gekauft hat. er hätte einen benziner haben sollen.

Offline diesonja

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #2 am: 18. Mai 2016, 17:45:39 »
Richtig heinz.

( Das passierte, weil der Scénic-Fahrer nach eigener Aussage quasi ausschließlich Kurzstrecken fuhr. Das hätte er dem Verkäufer von vorne

herein auch gesagt. )
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Offline Roli

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #3 am: 18. Mai 2016, 22:29:54 »
Nach der Lektüre von Antwort 1 und 3 dieses Themas: http://sandero-freunde.de/index.php/topic,669.0.html
war ich eigentlich davon ausgegangen, das das "Freibrennen" bei unseren Lieblingen - zumindest den neueren - der Vergangenheit angehört.  Os

Längere Strecken bleiben natürlich Pflicht, ganz klar!  Prx
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Offline altamm

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #4 am: 19. Mai 2016, 08:00:40 »
Langstreckendiesel brauchen das ohnehin nicht, aber Diesel die nur auf Kurzstrecke gefahren werden haben freibrennen nötig.

Grund ist: Der Rußpartikelfilter braucht gut und gerne 400°C um den anfallenden Feinstaub zu verbrennen. Den erreicht er bei Kurzstrecke

und/oder Stadtfahrt nicht. Folglich setzt er sich damit zu, der Abgasgegendruck steigt und früher oder später kommen die Probleme.

Moderne Rußpartikelfilter können sich bereits bei mittellangen Fahrten selbst freibrennen. Die spritzen einfach ne

Extraportion Diesel ein. (die sog. Nacheinspritzung).
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Offline altamm

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #5 am: 19. Mai 2016, 08:16:29 »
Rechtlicher Hinweis:

Aktuelles Urteil: Wer seinen Diesel nicht regelmäßig auf längeren Strecken bewegt, hat bei verstopftem Partikelfilter keinen Anspruch auf Gewährleistung.

Wer mit seinem Diesel ausschließlich Kurzstrecken fährt, der kann bei einem verstopften Partikelfilter nicht auf einen Austausch im Rahmen der Gewährleistung hoffen.
Denn: Er hat sein Auto "unsachgemäß" behandelt, weil er keine längeren Regenerationsfahrten unternahm, bei denen
der Filter wieder "freigebrannt" wird. Das hat das Düsseldorfer Landgericht in einem aktuellen Urteil entschieden.

Geklagt hatte ein Dieselfahrer, bei dessen Opel Zafira 1.9 C dti bereits fünf Monate nach dem Kauf der komplett verstopfte Rußfilter ausgetauscht
werden musste. Die Rechnung für den Tausch wollte der Kläger nicht bezahlen, weil der Mangel seiner Meinung nach unter die Gewährleistungsregel
fällt. Das Amtsgericht Langenfeld war da anderer Meinung: Der Kläger habe die ihm obliegende Mitwirkungspflicht
(regelmäßige Regenerationsfahrten) nicht erfüllt. Das Landgericht Düsseldorf, bei dem der Dieselfahrer anschließend Berufung eingelegt hatte,
wies die Klage ebenfalls ab: Der Filter sei zum Kaufzeitpunkt in Ordnung gewesen, wie die kurz vor der Übergabe durchgeführte Hauptuntersuchung
und Abgasuntersuchung beweisen. Die Schuld am Verstopfen liege also beim Käufer – der obendrein noch zugab, ausschließlich Kurzstrecken
gefahren zu sein. Dass die zuständige Warnleuchte zum fraglichen Zeitpunkt nicht funktionierte, konnte er auch nicht nachweisen.
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Offline Duda

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #6 am: 19. Mai 2016, 20:42:25 »


Grund ist: Der Rußpartikelfilter braucht gut und gerne 400°C um den anfallenden Feinstaub zu verbrennen. Den erreicht er bei Kurzstrecke


Hmm, wird dann aus dem Feinstaub ganz feiner Feinstaub, ich bin etwas irritiert  :-\

Soll so ein Partikelfilter nicht den Feinstaub aus den Abgasen filtern und Ihn im Filter binden

duda



Offline Roli

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #7 am: 19. Mai 2016, 22:19:13 »
Der beschriebene Vorgang erinnert mich etwas an selbstreinigende Backöfen, da nennt sich das ganze "Pyrolyse".
Dabei heizt sich der Backofen auf über 500°C auf und verbrennt anhaftenden Schmutz, dessen feine Asche man anschliessend auskehren kann..... :)
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Offline Duda

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #8 am: 19. Mai 2016, 22:24:14 »
Naja,

der Feinstaub wirs für gewisse Zeit " gespeichert" und dann noch feiner in die Umwelt verteilet.

Ich versteh das Prinziep FEINSTAUB irgendwie nicht

Prost

Duda

Offline Roli

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #9 am: 19. Mai 2016, 22:26:35 »
Nun, im Universum geht angeblich nichts verloren..... ;D   Ot  ;)
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Offline altamm

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #10 am: 20. Mai 2016, 06:19:32 »
Bei jeder Verbrennung entsteht Abfall, abhängig vom zu verbrennenden Material. Bei Papierverbrennung bleibt Asche übrig, bei Holzverbrennung

ensteht auch Asche, aber mit anderer Zusammensetzung. Bei der Dieselverbrennung entsteht unter anderem Staub, sowohl Staub mit normaler

Größe, als auch Staub von feinerer Größe. Der feinere Staub ist schädlicher, weil er sich in der menschlichen Lunge festsetzen und zu Beschwerden

führen kann. Um die Umwelt von diesem Staub fast zu befreien, wird er aufgefangen und anschließend im Partikelfilter nochmals verbrannt. Das

ergibt wiederum weniger Staub für die Umwelt. Kein Staub nach der Verbrennung wäre nur mit größerem ( teuererem ) Aufwand möglich.

http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/stickoxide-und-feinstaub-gesundheitsrisiko-dieselabgase-a-1054225.html
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Offline Roli

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #11 am: 20. Mai 2016, 08:16:33 »
So gesehen sollte man sich schon zweimal überlegen, ob man sich einen Diesel kauft.....  Ox
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Offline lescontesdehoffmann

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #12 am: 20. Mai 2016, 09:36:00 »
So gesehen sollte man sich schon zweimal überlegen, ob man sich einen Diesel kauft.....  Ox

dann schau mal, was so benziner in die luft pusten........     :D
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Offline heinz

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #13 am: 20. Mai 2016, 10:48:35 »
also doch e-mobil. dann wird das ganze bei grevenbroich in die luft gepustet. dann triffts nur die anderen.

Offline Roli

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Re: Urteil Partikelfilter: Renault-Fahrer darf Auto zurückgeben
« Antwort #14 am: 20. Mai 2016, 19:51:33 »
Ja, jedes System hat so seine Vor - und Nachteile und was perfektes jibbet leider noch nit.  Ot  ;)
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