Autor Thema: Umweltfreundliche E-Mobilität ?  (Gelesen 2141 mal)

Offline altamm

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Umweltfreundliche E-Mobilität ?
« am: 17. November 2019, 08:17:15 »
Kürzlich kam ein Tesla-Fahrer im österreichischen Bundesland Tirol von der Fahrbahn ab und prallte gegen einen Baum. Der dadurch entstandene Brand
hätte dem Besitzer des Elektroautos nicht nur fast das Leben gekostet, sondern der E-Wagen musste von der Feuerwehr durch ein dreitägiges Bad in
einem riesigen Wassercontainer gelöscht werden. Der Grund: die beschädigte Antriebsbatterie entzündete sich aufgrund chemischer Reaktionen ständig
neu. Die Probleme hörten nach dem Löschen jedoch nicht auf, sondern sie fingen erst richtig an und werfen nun nicht nur ernste Fragen hinsichtlich der
Seriosität von Tesla, sondern auch hinsichtlich der angeblichen „Umweltfreundlichkeit“ von E-Autos, auf.

Denn nun weigern sich alle Recyclinghöfe der Gegend, das ausgebrannte Tesla-Wrack bei sich aufzunehmen – aus Angst vor den giftigen Stoffen in der
600 Kilogramm schweren Batterie. Deshalb steht der Wagen seit fünf Wochen am äußersten Eck des Hofes des Abschleppdienstes – „weil man ja
nie wisse, ob das Ding nicht doch wieder in Flammen aufginge“, so der Besitzer des Betriebes. Ärgerlich sind die Umstände für den Abschleppdienst,
skandalös jedoch ist das Verhalten des Fahrzeugherstellers Tesla.

„Der Hersteller Tesla habe beim Erstkontakt eine problemlose Entsorgung zugesichert und sich dann nicht mehr gemeldet. Auf Rückfrage ist der
Besitzer des Abschleppdienstes an Teslas österreichischen Entsorgungspartner ÖCAR Autoverwertungs GmbH verwiesen worden. Auf der
Tesla-Homepage liest sich das so: ‚ÖCAR Automobilrecycling verfügt über ein großes Netzwerk von autorisierten Recycling- und Entsorgungspartnern,
welche vom Umweltministerium vollständig lizenziert sind.‘ Ganz so vollständig offenbar doch nicht, denn ÖCAR hat gar keine Genehmigung,
Tesla-Modelle zu übernehmen. Auf die Frage, wie sie sich denn die Entsorgung eines Elektroautos vorstelle, antwortet ÖCAR-Sprecherin Pia Kleihs:
‚Darüber kann ich Ihnen keine Auskunft erteilen, da wir für Tesla keine Berechtigung haben.‘ Tesla verweist also auf seiner Homepage,
pikanterweise im Kapitel ‚Nachhaltigkeit‘, auf einen Entsorgungspartner, der gar nicht befugt ist, einen Tesla zu recyceln.“

Die Antriebs-Batterie und ihre chemische Zusammensetzung stellt indes das Haupthindernis für eine Aufnahme in ein Recyclingwerk dar. Nebenbei
macht dieser Umstand deutlich, dass es sich dabei um hochgiftige Substanzen handelt, von deren Zusammensetzung weder der Fahrer des Wagens
noch die Behörden offenbar Bescheid wissen.

„Martin Klingler, Entsorgungsfachmnn sagt, eine so große Lithiumbatterie könne seine Firma nicht übernehmen, da man den Mix aus gefährlichen
Stoffen in ihrem Inneren gar nicht kenne. Die Elektromobilhersteller hielten die Zusammensetzung ihrer Elixiere streng geheim, um ihren
Wettbewerbsvorteil nicht zu verlieren. Die Flüssigkeit, in der das Unfallauto gekühlt wurde, ist ein gefährlich giftiges Gebräu, aber mittlerweile
ein begehrter Tropfen.

In Europa gibt es derzeit offenbar nur 2 Unternehmen, die unbeschädigte Antriebsbatterien recyclen beziehungsweise wichtige enthaltene Rohstoffe
wie Kobalt oder Nickel ausscheiden können. Eines davon sitzt in Österreich. Vom ORF befragt, wie die beschädigte Batterie des Tiroler Unfall-Teslas
zu behandeln sie, sagte der Unternehmenschef: „Ich weiß es nicht.“ Überhaupt erfordere der Transport der unberechenbaren Batterie eine
EU-Gefahrengut-Genehmigung, welche es in Österreich noch gar nicht gebe. „Wir wissen nichts über E-Unfallautos. Damit hat sich bisher noch
niemand auseinandergesetzt“, erklärte ein bekannter Recycling-Forscher.

teilweise Quelle des Handelsblattes:  https://bit.ly/35ayXIo
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Offline Sandofranz

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Re: Umweltfreundliche E-Mobilität ?
« Antwort #1 am: 17. November 2019, 12:34:23 »
Danke lieber Armin für diese sehr umfangreiche Schilderung des Geschehens!
Der österreichischen Tagespresse war der Tesla-Unfall lediglich einige Zeilen wert, vertiefend wurde darüber nicht berichtet!
Vermutlich will sich niemand öffentlich gegen die vorherrschende "E-Auto-Hysterie" aussprechen, kritische Sichtweisen entsprechen offensichtlich nicht der PC !
Der verantwortungslose Umgang des Herstellers Tesla im konkreten Fall ist bemerkenswert! Das Hin- und Herschieben der Entsorgungskompetenz ist nicht zu akzeptieren. Die Brand-Gefährlichkeit der Fahrzeuge bei einem Unfall...und die unabsehbaren Folgen einer nicht fachgemäßen Entsorgung der Batterien...das ergibt in Summe ein höchst bedenkliches Bild für die Zukunft!
Aber davon sollen die Interessenten bzw. Besitzer eines E-Autos wenig oder nichts erfahren...

Offline altamm

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Re: Umweltfreundliche E-Mobilität ?
« Antwort #2 am: 18. November 2019, 09:13:49 »
Danke Franz, ich denke ein Bericht sollte schon etwas genauer sein, damit ein Informationsgehalt da ist.   Prx    ;)

Kein Autohersteller hat Erfahrung im Batteriebau. Deswegen werden zukünftig E-batterien von Zulieferfirmen gebaut. Dies bedeutet jedoch,

daß der Fahrzeughersteller bei Problemen mit einer E-batterie immer auf die Zulieferung verweisen kann und die Schuld an einem Schaden

von sich wegschiebt. ( Wir bauen ja nur das Fahrzeug ) Die E-batterien sind nicht mit normalen Autobatterien zu vergleichen, sie sind viel

größer und benutzen mehrere und giftigere Chemiekomponenten zur Energie-erzeugung.
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