Autor Thema: Abfall-akku der E-autos  (Gelesen 1439 mal)

Offline altamm

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Abfall-akku der E-autos
« am: 12. April 2021, 08:04:18 »
Was passiert eigentlich mit den Batterien von Elektroautos, wenn ihre Lebenszeit vorbei ist? Einige Startups arbeiten an Lösungen.
Nur einer scheint den Trend zu verschlafen: Die Automobilindustrie.

Was passiert mit den Akkus der E-Autos, wenn sie aus den Fahrzeugen entfernt werden müssen. Etwa, weil sie nicht mehr genügend
Leistung bringen? Die Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, da jeder Hersteller auf andere Lösungen setzt. Daimler plant
beispielsweise die Batterien umzurüsten und als Hausspeicherakku einzusetzen. Andere Hersteller äußern sich nicht zu den anstehenden
Problemen und verweisen auf zukünftige Lösungen.

Tatsächlich steht das komplette Recycling der Batterien noch am Anfang. Bisher war vor allem die Wiederaufarbeitung von kleinen
Smartphone-Akkus zu kostenintensiv und lohnte sich nicht. Bei den großen E-Auto-Akkus sieht das anders aus. In einem mittelgroßen
Akku von 50 Kilowattstunden verstecken sich zum Beispiel elf Kilogramm Kobalt, sechs Kilogramm Lithium und satte 32 Kilogramm Nickel.
Alles wertvolle Materialien, die Hersteller gewinnbringend verkaufen können.

Erstaunlicherweise hat kein einziger Hersteller einen genauen Plan, wie das eigentlich ablaufen soll. Auch Tesla ist da noch nicht so weit,
auch wenn man laut eigenen Angaben an einem Programm arbeitet. Einerseits ist es ein wenig überraschend, dass sich in den letzten Jahren
kein großer Hersteller darüber Gedanken gemacht hat. Andererseits dann auch wieder nicht, wenn man sich anschaut, wie kopflos viele
Unternehmen die Mobilitätswende angehen.

Der Markt ist groß, was auch bedeutet, dass sich viel Geld verdienen lässt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich einige vielversprechende
Startups dem Thema angenommen haben. Da wäre zum Beispiel das Unternehmen Redwood Materials, das seit einigen Jahren schon an einer
Lösung für die Batterien arbeitet. 40 Millionen Dollar war die Idee Investoren im vergangenen Jahr wert und auch Amazon-Gründer Jeff Bezos
beteiligte sich. Allerdings befindet sich das Unternehmen immer noch in einer Vorbereitungsphase.

Aus Deutschland kommt das Startup Duesenfeld. Das von Frank Kleineidam gegründete Unternehmen arbeitet an einer besonders
umweltschonenden Variante des Recyclings. Während viele Recyclingunternehmen die Akkus einschmelzen, setzt Duesenfeld nach eigenen
Angaben auf ein mechanisches Verfahren. Das ist nicht nur günstiger, sondern hilft auch der Umwelt, weil beim Verbrennen der Akkus
giftige Gasen entstehen können.
Erstaunlich an der Sache ist, dass diese Unternehmen bisher fast alle ohne die Unterstützung der Autokonzerne auskommen. Es scheint,
als würde die Auto-industrie ein wichtiges Zukunft-thema mal wieder aussitzen wollen.
Sandero 1.4 MPI - 2009 / http://www.armin-saar.de/

Offline heinz

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Re: Abfall-akku der E-autos
« Antwort #1 am: 13. April 2021, 08:17:48 »
das ist tatsächlich noch weitgehend ungelöst. es ist nicht nur die verwendung oder verwertung dieser akkus, auch der austausch ist schwierig und
teuer weil in vielen autos die batterie fast strukturteil ist.

ich las gerade ein artikel über 10-jährige nissan leaf in usa welche wegen altem batterieaufbau fast wertlos sind. einbau einer neuen batterie kostet
20k+. wer macht das schon?

in anbetracht der anstehenden mengen kann das sicher eine eigenständige (abbruch)industrie werden.

 OO OO

Online Sandofranz

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Re: Abfall-akku der E-autos
« Antwort #2 am: 13. April 2021, 17:36:23 »
Ordnungshalber...ich habe nichts gegen die Verwendung von E-Autos...dort wo die Anforderungen mit einem E-Auto optimal umgesetzt werden können ist die E-Mobilität zu befürworten. Natürlich muss auch die entsprechende E-Infrastruktur vorhanden sein, wenn alles zusammenpasst ist es perfekt. Als Beispiel nenne ich die Hauskrankenpflege in unserer Stadt (300.000 EW)...mit DACIA SPRING wäre das perfekt zu lösen...tägliche Kilometerleistung ca. 100 Km Stadtverkehr...in den Nachtstunden würden die die Fahrzeuge in einem geschlossenen Areal stehen und geladen werden...das würde gut passen.

Ganz anders sehe ich E-Autos im Privatbesitz! Da haben viele der verklärten E-Auto-Befürworter anscheinend noch immer nicht begriffen dass nach 4-5-6 Betriebsjahren beim Eintausch des Fahrzeuges ein großer Wertverlust eintreten wird.
Die Entwicklung der Batterien wird mit Riesenschritten vorangetrieben, ein heutiges E-Auto kann nach einigen Betriebsjahren hoffnungslos veraltet und unverkäuflich sein!
Der Händler der das Auto (wenn überhaupt) zurücknimmt muss für den Gebrauchtwagen garantieren, das wird sich negativ auf den Eintauschpreis auswirken.  Jeder Privatkäufer wird mit Sicherheit ganz genau darauf achten in welchem Zustand die Batterien sind, da gibt es sicher Methoden das genau zu messen.

Reine Vermutung...voraussichtlich würde der Austausch der Batterien den Wert des Gebrauchtwagens übersteigen.
E-Gebrauchtwagen...aus heutiger Sicht ein kaum kalkulierbares Risiko...muss nicht stimmen, ist aber meine Meinung.

Wobei die fachgerechte Aufarbeitung / Wiederverwertung / Entsorgung der Altbatterien zunehmend von enormer Bedeutung sein wird!

Offline clausnrw

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Re: Abfall-akku der E-autos
« Antwort #3 am: 14. April 2021, 17:46:05 »
"Reine Vermutung...voraussichtlich würde der Austausch der Batterien den Wert des Gebrauchtwagens übersteigen.
E-Gebrauchtwagen...aus heutiger Sicht ein kaum kalkulierbares Risiko...muss nicht stimmen, ist aber meine Meinung.

Wobei die fachgerechte Aufarbeitung / Wiederverwertung / Entsorgung der Altbatterien zunehmend von enormer Bedeutung sein wird"!


Du hast mir da absolut aus der Seele gesprochen.
Deine Ansicht vertrete ich zu 100%.

LG
Claus
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Offline heinz

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Re: Abfall-akku der E-autos
« Antwort #4 am: 16. April 2021, 15:57:08 »
ein anderer ansatz verfolgt jetzt deemler. batteriegarantie 10 jahre oder 250tkm beim neuen eqs. zwar für ein sündhaft teueres auto aber wenn du viel fährst sparst du dir den 'battereiverlustangst'  Of Of

und ob bei 'denen' der wiederverkaufswert eine rolle spielt, wage ich zu bezweifeln.

 OO OO

Offline altamm

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Re: Abfall-akku der E-autos
« Antwort #5 am: 17. April 2021, 08:12:22 »
 OO        Zur Erläuterung:

Mercedes EQS (2021), die elektrische S-Klasse, Luxus-Stromer mit Diesel-Reichweite

Mercedes hat die Elektro-Limousine EQS vorgestellt. Sie soll bei Effizienz sowie Reichweite dank Mega-Akku Maßstäbe setzen. Alle Daten gibt es hier:

https://t1p.de/3mjq
Sandero 1.4 MPI - 2009 / http://www.armin-saar.de/

Offline heinz

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Re: Abfall-akku der E-autos
« Antwort #6 am: 18. April 2021, 17:46:55 »
ich lese gerade, dass es für die spring ein ähnliches garantiemodell gibt, mindestens in Ö. 8 jahre oder 120tkm auf batterie.

https://auto.oe24.at/news/dacia-spring-bestellbar-preis-des-guenstigsten-elektroautos-oesterreichs/472356454

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Offline Willy

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Re: Abfall-akku der E-autos
« Antwort #7 am: 24. April 2021, 21:48:05 »
Ein Effizienz-Modell für (mind.) 90.000 Eur  dürfte kaum den Massenmarkt erreichen.
Das dürfte selbst für Berufsvielfahrer zu teuer sein.

Die Schnelladung (15 min für 300 km) funktioniert auch nur an speziellen Ladesäulen, die noch ziemlich rar sein dürften.

Da muß schon noch einiges an Entwicklungsarbeit geleistet werden, um aus dem Irrweg der Batterieschlepperei rauszukommen.
Rund 2,5 Tonnen sind kein Pappenstiel. Und da ist der Fahrer (hoffentlich) schon mitgerechnet.
 
Da bin ich mit meinem E-bike  (rund 0,025 t; ohne Fahrer) deutlich effizienter und billiger.
Willy, der Sparsame

Offline tomtom

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Re: Abfall-akku der E-autos
« Antwort #8 am: 25. April 2021, 10:00:53 »
Geplant wird, das Autofahrer womöglich die "Entlagerkosten" der Akkus tragen müssen, wenn Sie die staatliche Förderung in Anspruch genommen haben.

 

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