Autor Thema: Zahnloser eCall - Warum die Hilfe nicht erfolgt  (Gelesen 583 mal)

Offline altamm

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Zahnloser eCall - Warum die Hilfe nicht erfolgt
« am: 11. August 2021, 09:25:04 »
Die Idee des automatischen Unfall-Notrufs eCall war gut, sollte das System doch Hunderte Autofahrerleben pro Jahr retten. Doch bislang klappt das nur
mäßig gut. Die Gründe liegen nicht nur in der veralteten Technik, sondern auch in der Informationskette.

Genaue Zahlen zur Verbreitung von eCall in Deutschland gibt es nicht. Der Automobilclub ADAC fürchtete 2019, dass bisher nur die wenigsten Fahrzeuge
über das System verfügen. Offenbar umgehen viele Hersteller bislang die Einbaupflicht, indem sie für neue Fahrzeugmodelle nur die Betriebsgenehmigung
von Vorgängermodellen fortschreiben, so dass sie nicht zu einer Ausstattung mit dem europäischen Notruf verpflichtet sind. Ein nicht unüblicher Vorgang,
der den Herstellern Zeit und Geld für Neuzertifizierungen spart, im Nebeneffekt aber auch die Umsetzung neuer Regelungen verzögert.

Dass die Zahl der bislang genehmigten Fahrzeugtypen mit eCall eher gering ist, legen auch Daten des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) nahe, die die
Bundesregierung Mitte 2020 auf Nachfrage des Parlaments veröffentlicht hat. Demnach hatten die deutschen Autohersteller seit April 2018 gerade einmal
24 neue Typgenehmigungen für Pkw-Modelle mit dem Notrufsystem beantragt. Bis für ein Auto eine neue Typgenehmigung fällig wird, vergehen schon mal
zwei Modellgenerationen, was durchaus anderthalb Jahrzehnten entsprechen kann.

Dass die Konzerne in Sachen eCall eher zögerlich sind, dürfte auch mit den technischen Beschränkungen des Notrufsystems zu tun haben. Unter anderem
arbeitet es noch mit 2G und 3G-Technik, während der Mobilfunk bereits bei 5G ist und der alten Funk-Infrastruktur perspektivisch die Abschaltung droht.
Zudem erfolgt die Übertragung der Daten bei eCall analog, was im digitalen Zeitalter nicht nur ein Anachronismus ist, sondern auch viel länger dauert.
Eine simple Umstellung von 4G- oder 5G, etwa durch den Tausch der SIM-Karten, erlaubt die eCall-Spezifikation nicht. Das Problem ist auch der Politik bekannt,
die an einer Modernisierung des Standards arbeitet. Entsprechend wenig attraktiv ist es für die Industrie aktuell, den Einbau des Notrufsystems der heutigen
Bauart in ihren Modellen zu forcieren.

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Generell ist das Interesse der Branche an Vernetzung zwar groß. Weil aber bei der Diskussion um die Einführung große Datenschutzbedenken laut wurden,
ist die Menge und Art der erhobenen und gesendeten Daten bei eCall extrem gering. So gering zumindest, dass die Autohersteller die Technik nicht als Basis
für ihre eigenen Konnektivitäts-Bemühungen nehmen wollten. Sie zogen stattdessen vernetzte Systeme auf, die technisch leistungsfähiger, deutlich smarter
und vielfältiger sind. So sollen sie etwa mit Echtzeit-Verkehrsdaten, automatischen Software-Updates oder Parkplatzfinder-Diensten die zunehmend digital
interessierte Kundschaft locken. Auch eine Notruffunktion ist meist integriert - allerdings eine, die in der Regel vergleichsweise langsam und umständlich arbeitet.

Anstatt bei einem Unfall direkt die Rettungsleitstelle unter der Nummer 112 zu informieren, stellen die Herstellersysteme zunächst eine Verbindung zu ihrem
eigenen Callcenter her, betrieben meist von einem externen Dienstleister. Erst der Telefonist alarmiert dann Krankenwagen oder Feuerwehr. Das kostet Zeit
und ist fehleranfällig, etwa wenn Positionsdaten mündlich falsch weitergegeben werden. Zwar schreibt das Gesetz neben dem Herstellersystem auch die
offizielle E-Call-Technik an Bord vor, doch diese muss vom Halter bewusst frei geschaltet werden, damit das Herstellersystem umgangen wird. Die wenigsten
Autofahrer werden sich wohl die Mühe machen. Der ADAC fordert aus diesem Grund, den 112-eCall im Auto defaultmäßig voreinzustellen. Dann müsste das
beim Notruf langsame Herstellersystem bewusst aktiviert werden.

Ein Sicherheitsgewinn durch die eCall-Einführung lässt sich im Straßenverkehr bislang jedenfalls nicht beobachten. Potenziell sollte die Technik die Zahl der
Verkehrstoten pro Jahr um zehn Prozent sinken lassen, so die Hoffnungen bei Einführung. Die Straßenverkehrsunfallstatistiken 2018 und 2019 zumindest
zeigten noch keine starken Effekte. Laut Statistischem Bundesamt lag die Zahl der tödlich verunglückten Pkw-Insassen im Jahr 2018 um 0,7 Prozent unter
dem Vorjahreswert, 2019 sank die Zahl um weitere 4 Prozent. "Ob und in welchem Maße diese Entwicklung auf die Einführung der eCall-Systeme zurück-
zuführen ist, kann anhand der amtlichen Statistik nicht festgestellt werden", antwortete die Bundesregierung. Auch die Corona-Jahre 2020 und 2021
dürften in dieser Hinsicht keine weiteren Erkenntnisse bringen, weil das verzerrte Verkehrsaufkommen die Statistik verfälscht.
Sandero 1.4 MPI - 2009 / http://www.armin-saar.de/

Offline heinz

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Re: Zahnloser eCall - Warum die Hilfe nicht erfolgt
« Antwort #1 am: 13. August 2021, 20:57:21 »
ich würde so´n chäss nie im auto haben wollen. totales optimieren am falschen ort mit veralteter technik.

 OO OO

 

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